Shopsystem-Vergleich
Welches Shopsystem passt 2026 zu Ihrem deutschen Onlineshop: Shopify, Shopware, WooCommerce oder JTL-Shop?
Shopify, Shopware, WooCommerce und JTL-Shop im Vergleich 2026: Kosten, Rechtssicherheit, Zahlungsarten, Marktplätze und ERP für deutsche Onlineshops.
Kurz gesagt
Wenn Sie schnell und mit wenig Wartungsaufwand starten und international verkaufen möchten, ist Shopify die richtige Wahl. Shopware eignet sich für deutsche B2C- und B2B-Shops mit hohem Anpassungsbedarf. WooCommerce passt zu contentstarken Marken mit WordPress und schmalem Budget. JTL-Shop empfiehlt sich, wenn Ihre Prozesse auf JTL-Wawi laufen und Sie viel über Amazon, Kaufland und OTTO verkaufen.
Was kosten Shopify, Shopware, WooCommerce und JTL-Shop im Jahr 2026?
Alle vier Systeme lassen sich mit geringen oder ganz ohne Lizenzkosten starten. Die eigentlichen Unterschiede liegen beim Hosting, bei den Transaktionsgebühren und bei den kostenpflichtigen Tarifen. Die folgenden Angaben stammen von den offiziellen Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 29. Oktober 2026.
- Shopify: Laut Preisseite kostet der Tarif Basic 27 $ pro Monat oder 19 $ pro Monat bei jährlicher Zahlung. Grow kostet 72 $ bzw. 54 $, Advanced 399 $ bzw. 299 $. Plus beginnt bei 2.300 $ pro Monat. Das Hosting ist inklusive. Angezeigte Preise und Währung können je nach Region abweichen. Ohne Shopify Payments fällt auf jeden Verkauf eine Zusatzgebühr an: 2 % bei Basic, 1 % bei Grow, 0,6 % bei Advanced und 0,2 % bei Plus. Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar.
- Shopware: Laut Preisseite ist die Community Edition kostenlos. Sie betreiben sie selbst, das Hosting bezahlen Sie also separat. Überschreiten verknüpfte Shops innerhalb von 365 Tagen 1 Mio. € GMV, benötigen Sie einen kostenpflichtigen Plan. Rise beginnt bei 600 € pro Monat, Evolve bei 2.400 € pro Monat, jeweils zzgl. MwSt. Beyond wird individuell kalkuliert. Shopware gibt an, dass sich der Preis nach GMV und weiteren Faktoren richtet.
- WooCommerce: Der Kern ist kostenlos. WooCommerce selbst schätzt das Hosting für die meisten Shops auf 25–350 $ pro Monat und Erweiterungen auf 29–299 $ pro Jahr und Stück. Für deutsche Rechtstexte und Funktionen ist das Plugin Germanized verbreitet. Die Basisversion ist kostenlos. Pro kostet 85 € für eine Domain, die optionale Verlängerung 65 € pro Jahr.
- JTL: Die Preisseite bündelt Shop und Warenwirtschaft. JTL Start kostet 0 € und enthält einen kostenlosen Shop mit bis zu 500 Artikeln. JTL Advanced ist mit 119 € pro Monat gelistet, zusätzlich wird ein niedrigerer Wert von 99 € angezeigt. JTL Pro ist mit 369 € gelistet, zusätzlich mit 329 €. Laut JTL sparen Sie mit Jahresverträgen bis zu 17 %. Das Hosting für JTL-Shop kostet 29 € pro Monat und Shop. Bestellungen aus dem eigenen JTL-Shop sind kostenlos. Für Bestellungen von Marktplätzen, Shopify oder Shopware brauchen Sie ein Auftragspaket, ab 25 € pro Monat für 100 Aufträge. Ob die Preise netto oder brutto sind, geht aus der Seite nicht hervor.
Für typische Agenturkosten bei der Einrichtung haben wir keine verlässliche, aktuelle Quelle gefunden. Deshalb nennen wir hier keine Spanne. Lassen Sie sich ein Festpreisangebot geben, in dem Theme, Rechtssicherheit, Payment, ERP und Marktplatzanbindung als einzelne Posten aufgeführt sind.
Welches Shopsystem unterstützt die deutschen Rechtsvorgaben am besten?
Kein System macht Ihren Shop von allein rechtssicher. Shopware und JTL stammen aus Deutschland und sind auf den deutschen Markt ausgerichtet. WooCommerce erreicht mit Germanized ein ähnliches Niveau. Bei Shopify ist die Einrichtung am aufwendigsten.
Die Kernanforderungen gelten für jedes System:
- Button-Lösung: Nach § 312j Abs. 3 BGB muss der Bestellbutton mit „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer ebenso eindeutigen Formulierung beschriftet sein.
- Widerrufsbutton: Seit dem 19. Juni 2026 müssen Onlineshops eine zweistufige Widerrufsfunktion anbieten, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ und anschließend „Widerruf bestätigen“. Laut Europäischem Verbraucherzentrum (EVZ) muss sie während der gesamten Widerrufsfrist verfügbar sein. Werden Kundinnen und Kunden nicht darüber informiert, kann sich die Frist auf ein Jahr und 14 Tage verlängern.
- Impressum, Widerrufsbelehrung und AGB: Diese brauchen Sie auf jedem System. In der Regel kommen sie von einem Rechtstexte-Anbieter.
- DSGVO und Cookie-Consent: Auf jedem System brauchen Sie ein Consent-Tool. Das ist eine Frage der Konfiguration, keine Plattformfunktion.
- Rechnungen und GoBD: Laut DATEV brauchen Unternehmen mit elektronischer Buchführung für jedes DV-System eine Verfahrensdokumentation. JTL-Wawi deckt die Rechnungsstellung als Warenwirtschaft direkt ab. Bei Shopify und WooCommerce läuft sie meist über eine App, ein Plugin oder ein Buchhaltungstool. Germanized ergänzt WooCommerce um PDF-Rechnungen.
- Trusted Shops: Das Easy-Integration-Plugin unterstützt JTL, Shopware, Shopify und WooCommerce. Germanized bezeichnet sich als von Trusted Shops vorzertifiziert.
Welche in Deutschland beliebten Zahlungsarten unterstützen die Systeme?
PayPal, Klarna und Rechnung oder SEPA sind auf allen vier Systemen möglich. Einen eigenen Zahlungsdienst für Deutschland bieten nur Shopify und Shopware.
- Shopify Payments unterstützt Klarna in Deutschland mit „In 30 Tagen bezahlen“, „In 3 Raten bezahlen“, Finanzierung und Sofortzahlung. Der deutsche Markt muss in EUR geführt werden. PayPal läuft parallel zu Shopify Payments. Ist Shopify Payments Ihr Hauptanbieter, fällt auf PayPal-Transaktionen keine Drittanbietergebühr an.
- Shopware Payments steht Händlern in Deutschland und Österreich zur Verfügung. Angeboten werden PayPal, Klarna, Karten, Apple Pay, Google Pay, SEPA-Lastschrift und „Rechnungskauf“, Letzterer nur für Händler in Deutschland. Laut Preisliste von Shopware Payments zahlen Rise-Händler Einführungskonditionen, etwa 1,09 % + 0,19 € für Visa und Mastercard und 1,89 % + 0,35 € für Klarna, wenn sie bis zum 31. Dezember 2026 aktivieren.
- WooCommerce: WooPayments ist in Deutschland verfügbar. Die Preisseite von WooCommerce nennt eine allgemeine Kartengebühr von etwa 2,50–2,90 % + 30 ¢. PayPal, Klarna und Rechnungsanbieter binden Sie über deren eigene Plugins an.
- JTL-Shop bindet Zahlungsanbieter über Plugins an. Gebühren der Zahlungsanbieter nennt JTL auf seiner Preisseite nicht.
Welches System bindet Amazon.de, Kaufland und OTTO am besten an?
Hier liegt JTL vorn, weil JTL-Wawi als Multichannel-Zentrale arbeitet. Die anderen Systeme brauchen in der Regel einen Connector.
- JTL führt Amazon, den Kaufland Global Marketplace und OTTO als Marktplatzanbindungen. Marktplatzaufträge werden über die Auftragspakete abgerechnet. JTL-Wawi kann auch Aufträge aus Shopify und Shopware 6 verarbeiten und lässt sich so als Warenwirtschaft hinter beiden Systemen einsetzen.
- Shopify: Die offizielle App Marketplace Connect deckt Amazon, eBay, Walmart und Target Plus ab. Die ersten 50 Bestellungen pro Monat sind kostenlos. Danach kostet jede Bestellung 1 %, höchstens 99 $ pro Monat. Für OTTO und Kaufland brauchen Sie Drittanbieter-Apps oder eine Warenwirtschaft wie JTL-Wawi.
- Shopware 6 wird über Connectoren wie ChannelEngine mit Amazon, Kaufland, Zalando und OTTO verbunden, alternativ über JTL-Wawi.
- WooCommerce ist für jeden Marktplatz auf Plugins oder Middleware von Drittanbietern angewiesen.
Welches Shopsystem skaliert am besten?
Shopify und Shopware skalieren mit dem geringsten Infrastrukturaufwand. WooCommerce und selbst gehostetes Shopware skalieren so weit, wie Ihr Hosting und Ihr Entwicklerteam es zulassen.
Shopify ist vollständig gehostet. Laut Preisseite bietet Shopify Plus höhere API-Limits und mehr Headless-Storefronts. Shopware bietet SaaS, PaaS und Self-Hosting an. Dazu kommen B2B-Funktionen in Evolve und Beyond, etwa Angebote, Freigabeprozesse und kundenspezifische Preise (Quelle). JTL skaliert vor allem bei den Prozessen: Lagerverwaltung, mehrere Shops mit Pro, unbegrenzt viele Shops mit Enterprise. Beim Frontend ist JTL weniger flexibel als Shopware. Bei WooCommerce hängt die Performance stark von Hosting, Caching und der Zahl der Plugins ab.
Wie schneiden die vier Systeme im direkten Vergleich ab?
Die größten Unterschiede liegen im Hostingmodell, bei Payment und Marktplatzreichweite und darin, wie viel rechtliche Einrichtung Sie selbst übernehmen müssen.
| Kriterium | Shopify | Shopware | WooCommerce | JTL-Shop |
|---|---|---|---|---|
| Einstiegskosten | Basic 27 $/Monat (19 $ jährlich) | Community Edition kostenlos (Self-Hosting) | Kern kostenlos + Hosting (ca. 25–350 $/Monat) | JTL Start 0 € (500 Artikel) |
| Bezahltarife | Grow, Advanced, Plus (ab 2.300 $/Monat) | Rise ab 600 €/Monat, Evolve ab 2.400 €/Monat | Erweiterungen je 29–299 $/Jahr | Advanced 119 €/Monat, Pro 369 €/Monat |
| Hosting | Inklusive (SaaS) | SaaS, PaaS oder Self-Hosting | Selbst | 29 €/Monat pro Shop |
| Zusätzliche Transaktionsgebühr | 2–0,2 % ohne Shopify Payments | Für Pläne keine genannt | Keine von WooCommerce | Auftragspakete für Marktplatzaufträge |
| Eigener Zahlungsdienst (DE) | Shopify Payments, Klarna | Shopware Payments, PayPal, Klarna, Rechnung, SEPA | WooPayments | Über Plugins |
| Deutsche Rechtsvorgaben | Sorgfältige Einrichtung nötig | Stark (deutscher Anbieter) | Stark mit Germanized | Stark (deutscher Anbieter) |
| Amazon / Kaufland / OTTO | Amazon über Marketplace Connect, Rest über Apps | Über Connectoren | Über Plugins | Nativ über JTL-Wawi |
| ERP | Apps oder JTL-Wawi | Integrationen oder JTL-Wawi | Plugins | JTL-Wawi integriert |
Welches Shopsystem sollten Sie wählen?
Entscheidend ist, wo die Komplexität in Ihrem Geschäft liegt, nicht der Lizenzpreis.
- D2C-Marken, die von Deutschland aus international verkaufen: Shopify mit Shopify Payments.
- Deutscher Mittelstand in B2C und B2B mit komplexem Sortiment oder individuellen Preisen: Shopware Rise oder Evolve.
- Kleines Budget, contentstarke Marke oder bestehende WordPress-Website: WooCommerce mit Germanized und gutem Managed Hosting.
- Marktplatzstarke Händler mit eigenem Lager: JTL-Wawi mit JTL-Shop. Oder Sie behalten Shopify bzw. Shopware als Frontend und betreiben JTL-Wawi dahinter.
Häufige Fragen
Ist Shopify für deutsche Shops rechtssicher?
Ja, aber nicht ab Werk. Sie brauchen deutsche Rechtstexte, einen korrekten Bestellbutton, den seit dem 19. Juni 2026 vorgeschriebenen Widerrufsbutton und ein Consent-Tool. Planen Sie diese Einrichtung ausdrücklich ein.
Ist Shopware wirklich kostenlos?
Die Community Edition kostet keine Lizenzgebühr. Hosting, Erweiterungen und Wartung bezahlen Sie trotzdem. Ab 1 Mio. € GMV in 365 Tagen über verknüpfte Shops brauchen Sie einen kostenpflichtigen Plan.
Erhebt WooCommerce Transaktionsgebühren?
WooCommerce selbst nicht. Sie zahlen nur die Gebühren Ihres Zahlungsanbieters sowie Hosting und eventuelle kostenpflichtige Erweiterungen.
Kann ich JTL-Wawi mit Shopify oder Shopware kombinieren?
Ja. Die Auftragspakete von JTL umfassen ausdrücklich Aufträge aus Shopify und Shopware 6. So behalten Sie ein modernes Frontend und steuern Marktplätze und Lager über JTL.
Quellen
- Preisseite
- in Deutschland verfügbar
- Preisseite
- Kern ist kostenlos
- Germanized
- Preisseite
- § 312j Abs. 3 BGB
- Europäischem Verbraucherzentrum (EVZ)
- DATEV
- Easy-Integration-Plugin
- Klarna in Deutschland
- PayPal-Transaktionen keine Drittanbietergebühr
- Händlern in Deutschland und Österreich zur Verfügung
- Preisliste von Shopware Payments
- in Deutschland verfügbar
- Marketplace Connect
- ChannelEngine